"Low Budget - High End" und Musik

Nivico DT-Z1 Black Diamond vs JICO DT-Z1 EB

Analogis vor einigen Wochen die Analogis Nivico DT-Z1 Black Diamond Nadel heraus.

Den JVC DT-Z1S Tonabnehmer habe ich zusammen mit einem JVC Direct Drive Plattenspieler bei ebay gekauft. Zuerst nahm ich ihn gar nicht ernst. Mir war gar nicht klar, wie gut dieses unscheinbare Teil ist. Erst als ich in Foren über das Potenzial dieses TA (Tonabnehmer) las, wurde ich neugierig. Es war noch eine alte Pfeifer konische Nadel daran verbaut, die eine erstaunlich breite Bühne zauberte, aber doch sehr grob abtastete. In den Foren las ich schon von einer tollen Kanaltrennung mit den richtigen Nadeln.

Ich kaufte mir eine Nachbaunadel, die von JICO hergestellt wird. Die getippte elliptische Nadel zeigte nun ein ausgewogenes gut durchgezeichnetes Klangbild, wenngleich ohne die spektakuläre Bühne der Pfeifer Nadel.

So war ich sehr neugierig auf die neue Black Diamond und bestellte mir eine von meinem Nadelhändler.

Neben der JICO mit dem getippten elliptischen Stein hatte ich mir eine JICO Shibata Nadel zu dem JVC Tonabnehmer zugelegt. Die Kombination wurde in Foren empfohlen und ist wirklich das beste, das ich unter MM „Umständen“ gehört habe. Ein tolle Bühne, Klarheit und Genauigkeit bis zur letzten Triangel im Orchester, trotzdem musikalisch, einfach toll! Aber das ist eine andere Hausnummer und wird bald in einem anderen Review besprochen. Ich wollte es nur erwähnen, um zu zeigen, welches Potenzial dieser unscheinbare JVC hat.

Ein Test der Analogis Nivico DT-Z1 Black Diamond am JVC

Die drei Nadeln, die ich am JVC Tonabnehmer vor der Analogis Nivico DT-Z1 Black Diamond kennenlernen durfte, gaben dem sound des JVC so einen unterschiedlichen Charakter, wie ich es noch bei keinem anderen TA erlebt hatte. Die Pfeifer Nadel gab einen breiten, lauten und live artigen Sound aus. Die JICO elliptisch hatte einen kontrollierten, entspannten aber akzentuierten sound. Die JICO Shibata produzierte einen direkten, aber gleichzeitig breiten und kristallklaren Klang. Also waren sie so unterschiedlich, dass ich um so neugieriger auf die Black Diamond war.

Mein persönliches Gefühl trügte mich nicht. Ich schätzte sie der elliptischen am ähnlichsten ein. Und so ist auch. Deshalb möchte ich diese auch in diesem Test mit der Analogis Nivico DT-Z1 Black Diamond vergleichen.

Voraussetzungen für den Test

Wie schon bei den anderen reviews (z.B. der AT95 Black Diamond) möchte ich von Messungen und technischen Daten absehen und mich nur auf mein Gehör verlassen. Der Test-Plattenspieler ist wieder einmal mein durch Neuverkabelung auf Höhe der Zeit gebrachter Toshiba SR-255. Es ist ein typischer Mittelklasse Direct Drive aus den 70ern mit (soviel ich weiß) Jelco Tonarm. Dieser ist mittelschwer und somit perfekt geeignet für den JVC Tonabnehmer. Als Vorverstärker dient ein Graham Slee Communicator. Verstärker ist ein Harman Kardon HK6500. Die Boxen sind von Piega, die LDS 1.8 mit neuen Hochtönern. Die Verkabelung ist nicht die billigste, aber auch nicht high end. Es bleibt bezahlbar.

Als Testplatten habe ich mir wieder einmal zum einen Carole Kings „I Feel The Earth Move“ für die Verzerrungsanalyse an weiblichen Stimmen ausgesucht.

Als analoge audiophile Aufnahme dient wieder die mir ans Herz gewachsene JTB Platte mit „Space Cookie“ als Track. Dieser geniale Fusion Jazz aus Ende der 70er, also auch der Hoch-Zeit der analogen Aufnahme,  kommt mit sehr komplizierten Klanggebilden daher. Diese müssen die Nadeln entschlüsseln.

Als dritte Testplatte dient die 2019 auf Blue Note erschienene Vinylversion von Gregory Porters 2013er Album „Liquid Spirit“ und daraus „Musical Genocide“. Diese Aufnahme ist im modernen Sinn audiophil mit toller Dynamik und digitaler Klarheit. Und zu guter letzt eine Klassikaufnahme aus der „goldenen“ Decca Zeit. Haydns „Cello-Konzert in C-Dur“ wird 1965 vom Londoner Kammer-Orchester gespielt.

Bevor wir mit den Testplatten starten möchte ich noch anmerken, dass sowohl die Analogis Nivico DT-Z1 Black Diamond als auch die JICO elliptisch exzellente Tracker sind. Das heißt sie haben kein Problem mit IGD (Inner Groove Distortion). Sie geben an meinem Toshiba bis in die inneren Rillen also verzerrungsfrei wieder. die BD (Black Diamond) ist etwas leiser in der Wiedergabe. Ein Phänomen, das mir schon bei der AT3651 Black Diamond aufgefallen ist, aber nicht störend ist.

Nun aber zur Musik:

 

Test 1: Carole King mit „I can Feel The Earth Move“:

Hier können die beiden Nadeln besonders zwei Sachen beweisen.  Zum einen erweist sich Kings Stimme mit ihrer einerseits durchdringenden, andererseits ganz leichten rauhen Stimme als Herausforderung für Plattenspielernadeln. Hier können sie zeigen, wie gut sie damit  klarkommen, also wie gut sie die Rille abtasten. Die andere Herausforderung ist die sehr mittenbetonte Aufnahme aus den 70ern. Je nach Klangcharakteristik der Nadel kann sie hier aufdringlich klingen oder durch entspannte Spielart ausgleichen.

Wir starten mit der japanischen Nadel. Es zeigt sich, dass sie die Abtastung hinbekommt. Allerdings hat sie an zwei Stellen im Song mit Kings Stimme doch leichte Probleme. es ist ein leicht hörbares Beikratzen zu hören.  Das Klangbild lässt die mittenlastige Aufnahme noch erkennen. Man nimmt die Mitten als verstärkt war, obwohl sie leicht abgefedert werden. Sehr positiv überrascht hat mich die tolle Räumlichkeit in der Wiedergabe. Da hebt sich links das Klavier von den Boxen ab, rechts schwebt die Gitarre im Raum. Die Instrumente und Kings Stimme lassen sich gut orten. Toll! Insgesamt gute Vorstellung der JICO Nadel bis auf die zwei Aussetzer bei Kings Stimme.

Die Analogis Nivico DT-Z1 Black Diamond lässt nichts anbrennen. Die Stimme wird über den ganzen Song absolut sauber und fehlerfrei abgetastet. Super Leistung! Die mittige Aufnahme wird vom BD durch seine sehr entspannte, schon zurückhaltende Spielweise abgefedert. Das wirkt einerseits stimmig, andererseits weniger lebendig als bei der Thakker. Die Räumlichkeit lässt sich auch hier gut erkennen, ist aber dezenter. So heben sich die Instrumente nicht so akzentuiert ab.  Trotzdem lässt sich das Klangbild als räumlich bezeichnen.

Das Abtastverhalten der Analogis Nivico DT-Z1 Black Diamond ist perfekt, besser als das des  JICO Nachbaus. Das Klangbild der Black Diamond zurückhaltender, weicher als das der akzentuierten Japanerin. So wird es nun spannend, wie die beiden sich in der audiophilen JTB Aufnahme schlagen.

 

Test 2: JTB mit „Space Cookie“

Hier können sich die beiden nun richtig beweisen.

Dieses Mal starten wir mit der Analogis Nivico DT-Z1 Black Diamond. Eine beeindruckende Vorstellung. Was sich bei Carole King schon angekündigt hat, setzt sich hier fort. Er ist sehr genau im Abtastverhalten. Jedes Becken wird sehr sauber und natürlich wiedergegeben. Die zurückhaltende Spielart ist auch hier zu erkennen.

Auf dem Frequenzband sind die Mitten leicht reduziert und weich abgebildet. Das fällt besonders am Anfang des Stücks an der akustischen Gitarre auf. Die Saitenzupfer stehen schön im Raum, sind aber weniger akzentuiert und griffig als bei anderen getesteten Nadeln dargestellt. Die Bässe zeigen Tiefe und sind durch aus deutlich und knackig.

Interessant ist das Verhalten in den hohen Tönen. Hier habe ich am Beispiel der Becken schon angedeutet, dass die sie sehr genau (bedingt durch den nackten Diamanten) und natürlich abgebildet werden. So ist es mit den gesamten Höhen. Sie drängen sich aber keineswegs in den Vordergrund. Eher sind auch sie etwas zurückhaltend und frei von jeder Schärfe. Becken und Triangeln sind trotzdem deutlich hörbar und klingen, als würde sie jemand hier im Hörraum spielen.

Die Räumlichkeit ist gut, Instrumente lassen sich orten. Die Bühne ist nicht sehr breit, was aber auch zur Aufnahme passt.

Insgesamt eine sehr stimmige, auf der entspannten Seite einzuordnende Performance des Analogis Nivico DT-Z1 Black Diamond.

Und was macht die elliptische Japan-Nadel?

Die lässt mir ein kurzes „Wow“ entfahren. Sie ist wahnsinnig gut! Wie lässt sich das beschreiben? Einerseits wirkt sie kontrolliert, nie überbordend. Andererseits sind die Frequenzbänder so toll in einander übergehend und gleichberechtigt eingebracht. Der Sound ist im Vergleich zur weichzeichnenden BD akzentuiert, aber nie scharf (wie z.B. die AT95). Beim Einsetzen der Akustikgitarre bekam ich einen Schauer. So warm und griffig, als ob sie direkt vor mir gespielt wird.  Alles wirkt auf kontrollierte Weise lebendig.

In der Genauigkeit und Natürlichkeit der Höhendarstellung hat die Analogis Nivico DT-Z1 Black Diamond minimal die Nase vorn. Aber die Höhen sind hier deutlicher vernehmbar. Ich habe das Gefühl, mehr Zwischentöne auf dem Weg zwischen Mitten und Höhen zu vernehmen. Die Räumlichkeit ist gut, ähnlich wie bei der Black Diamond.  Die Akustikgitarre und das Saxophon schweben im Raum.  Auch der Rest der Band bekommt Tiefe in der Bühne, die nicht sehr breit ist.

Auch wenn der nackte schwarze Diamant die Höhen eine Spur natürlicher darzustellen weiß, gefällt mir die japanische Nadel besser. Es ist Geschmackssache: Beide sind kontrolliert und auf der entspannten Seite. Aber die elliptische Japanerin zeigt durch akzentuiertere Mitten mehr Lebendigkeit in der Performance. Der ein oder andere mag aber die weicheren reduzierteren Mitten, die nie schwammig wirken  und auf angenehme Weise zu langem nie nervenden Musikhören einladen.

 

Test 3: Gregory Porter mit „Musical Genocide“:

Wir starten mit dem elliptischen Japan Nachbau aus JICO Produktion. Und sie zeigt schon in den ersten Takten, was sie kann. Der Basslauf und das Klavier füllen den Raum, als ob sie hier im Zimmer wären. Dazu Porters warme Stimme, die sich gut von den Boxen absetzt. Der warme familiäre Charakter der Aufnahme wird sehr gut reproduziert.

Es zeigt sich ähnliches wie schon oben beobachtet. Die Nadel schafft den Spagat zwischen kontrolliertes, entspanntes Aufspielen und Dynamik und Leidenschaft. Man könnte es auch als sehr, sehr realitätsnah bezeichnen. Das ist wohl ein großes Kompliment. Und das zurecht.

Die Bässe sind knackig und kontrolliert präsent, sich aber nie in den Vordergrund drängend. Die Mitten sind genau akzentuiert und angenehm warm. Auch sie sind weder dezent noch nach vorne stechend. Einfach sehr realistisch.. Die Höhen sind von der Aufnahme her schon ganz leicht abgerollt, um die heimelige Wärme zu verstärken. Auch hier zeigt der japanische Nachbau viel Gefühl. Die high heads und Becken klingen sehr realistisch, wobei hier das letzte Quäntchen Auflösung fehlt.  Das ist wohl dann dem gebondeten Diamanten geschuldet. Aber dies vernimmt man wirklich nur beim sehr genauen Hinhören und trügt das Gesamtbild nicht.

Räumlichkeit lässt sich gut wahrnehmen. Die Instrumente lassen sich gut orten und heben sich ein wenig von den Boxen ab. Porters Stimme hebt sich auch gut von der Instrumentierung ab. Besonders breit ist die Bühne bei guter Tiefe nicht. Das stört aber nicht. Die kleine akustische Band brauch auch keine „100m“ Bühne. Das wäre nicht passend.

Insgesamt eine wundervolle Darbietung des JICO Nachbaus.

Umso neugieriger bin ich nun auf die Analogis Nivico DT-Z1 Black Diamond

Diese zeigt zu meinem Erstaunen eine sehr ähnliche Darbietung wie die Thakker Japan. Vollmundig beginnt das Klavier und der Bass. Mit viel Gefühl und Wärme setzt Porter Stimme ein.  Auch hier wird die heimelige Atmosphäre gut reproduziert. Das Frequenzband ist sehr homogen abgestimmt. Das ähnelt der Japanerin alles sehr, auch diese Kontrolliertheit mit Platz für Dynamik und Musikalität.

Hier lässt sich auch gut ansetzen, um die minimalen Unterschiede zu beschreiben. Das ist alles sehr marginal. Die Analogis Nivico DT-Z1 Black Diamond spielt um eine Nuance weicher in den Mitten. Wo der Japan Nachbau eher griffig und akzentuiert agiert, „fließt“ der BD eher auf der entspannten Seite. Der Sound wirkt dadurch noch mehr laid back. In den Bässen sind kaum Unterschiede vernehmbar,. Die Höhen sind ähnlich realistisch, ganz leicht abgerollt durch die Aufnahme, vernimmt man die high heads und Becken, als ob man ihnen gegenüber sitzt. Hier spielt der Analogis Nivico DT-Z1 Black Diamond seine Stärke aus. Der nackte Diamant schafft es, diese Instrumente noch eine kleine Spur originalgetreuer darzustellen.

In der Räumlichkeit verhält sich der BD sehr ähnlich wie sein „Konkurrent“. Es ist eine nicht sehr breite Bühne mit Tiefenstaffelung erkennbar. Die Instrumente heben sich voneinander ab und haben ihren festen Ort. Durch die Aufnahme bedingt passiert das in einem eher kleinen Rahmen. Andere audiophile Pressungen bieten da noch mehr 3D Staffelung. Die Analogis Nivico DT-Z1 Black Diamond ist durchaus fähig, diese darzubieten.

Der Auftritt des Black Diamond ist sehr imposant und macht Freude. Wieder einmal hat man das Gefühl, man könnte dieser Nadel stundenlang zuhören. Einfach entspannt ohne langweilig zu sein.

 

Test 4: Haydn mit „Cellokonzert in C-Dur“ gespielt vom Londoner Kammer-Orchester

Wie auch bei den anderen Reviews widme ich mich zu guter letzt der Klassik. Das Beispiel hier ist eine meiner absoluten Favoriten in diesem Genre. Die Aufnahme gehört zur goldenen Decca Zeit. In den 60ern haben erstklassige Toningenieure mit der einfachen damaligen Technik audiophile, transparent klingende Aufnahmen geschaffen, an denen sich heutige Tonmeister einiges abschauen könnten.

In der Klassik ist es mir wichtig, wie realitätsnah die Töne der Instrumente abgebildet werden, die Dynamik, die Räumlichkeit und die Luftigkeit. Letzteres bedeutet, in wieweit kann ich den Raum, hier ja ein Saal, spüren? Das zieht mich emotional ins Geschehen hinein.

Die Analogis Nivico DT-Z1 Black Diamond zeigt hier eine durchwachsene Vorstellung. Das Frequenzband ist angenehm homogen abgebildet. Leider fehlt es der Darstellung  ein wenig an Dynamik und damit an Dramatik. Hier kommt die relaxte Spielweise der Vorstellung nicht zu gute.

Der größte Kritikpunkt ist aber die Darstellung des Cellos und der anderen Streicher. Die Tendenz zur weichen „fließenden“ Art lässt die Streicher an Griffigkeit verlieren. Sie wirken leicht verwaschen. Die 55 jährige Aufnahme tut hier ihr übriges.

Die Räumlichkeit ist gut. Das Cello setzt sich gut vom Rest der Instrumente ab. Es ist eine Bühne erkennbar. Allerdings bekomme ich kein Gefühl für die Größe des Saals. Es fehlt Luftigkeit in der Darstellung. Das ist schade, aber lässt die Analogis Nivico DT-Z1 Black Diamond nicht meine Lieblingsnadel für die Klassik werden.

Was macht hier die Konkurrenz, die JICO Japan Nadel?

Sie macht ihre Sache wesentlich besser als ihre Konkurrentin. Wieder angenehm entspannt aufspielend zeigt sie trotzdem mehr Dynamik.

Sofort aufgefallen ist mir aber die wunderbar akzentuierte bauchige Wiedergabe der Streicher. Schon bei den ersten Takten mit den Geigen wird klar, das die Streicher und diese Nadel sich gefunden haben. Wenn dann das Cello das erste Mal einsetzt, bekommt man Gänsehaut. Es ist als stünde das Cello samt Musiker hier im Zimmer. Einfach toll!

Auch die Luftigkeit ist spürbar. Ich als Hörer habe das Gefühl, ich sitze im Saal und nicht in einem kleinen mit Eierkartons tapezierten Raum. Das erzeugt diesen Sog, den ich für die Klassik brauche, um mich wie in einem Konzert zu fühlen.

Die Räumlichkeit ist auch gut ausgeprägt. Das Cello hebt sich gut vom Rest ab. Die hörbare Bühne entwickelt eine gewisse Breite über die Lautsprechergrenzen nach rechts und links hinweg. Die Bühne hat auch Tiefe, die Instrumentengruppen lassen sich orten.

Zusammengefasst lässt sich hier sagen, die japanische Nachbaunadel liefert eine großartige Leistung ab und geht in dieser Disziplin als klare Siegerin „vom Platz“.

Der Analogis Nivico DT-Z1 Black Diamond Nadel schafft es nicht die Streicher griffig und akzentuiert darzustellen und lässt leider Luftigkeit und das Gefühl für den Raum vermissen.

 

Das Resumee

So beeindruckt von der JICO Nadel und ihrer Klassik-Kompetenz habe ich gleich Rossinis „Ouvertüren“ aufgelegt und schwelge gerade. Die Japanerin in grün gelbem Kleid (siehe Foto) entpuppt sich nicht nur als Klassik-Liebhaberin, sie ist eine ausgezeichnete Allrounderin.  In jedem der 4 Musiktests macht sie eine verdammt gute Figur.

Sie hat diesen Charme, dass man die Technik vergessen kann und sich einfach der Musik hingeben kann. Das ist ein großes Kompliment! Sie schafft das mit einem sound, der der Realität nicht fern ist. Durch eine kontrollierte Relaxedheit gepaart mit Leidenschaft und Wucht an den richtigen Stellen, einer guten 3D Staffelung und ausreichend Luftigkeit, entsteht ein sound, der süchtig macht.

Nach diesem Test gehört diese Kombination zu meinen Lieblingsvereinigungen von Tonabnehmer und Nadel. Zur Zeit der beste Allrounder im Team. Um es fußballerisch  auszudrücken: Sie kann auf jeder Position spielen.

Und die eigentliche Testkandidatin, die Analogis Nivico DT-Z1 Black Diamond?

Sie liefert auch in den ersten 3 Test Stücken eine sehr gute Leistung.  Sie ist vor allem ein echtes „tracking Monster“. Bis in die innersten Rillen ist nicht die Spur einer IGD (Inner Groove Distortion) zu hören. Auch Carole King bringt sie nicht aus der Fassung.

Wer im Jazz und Rockbereich stundenlang entspannt Musik hören möchte, auch mal im Hintergrund zu einem guten Buch, der ist mit dieser Nadel gut beraten. Die Höhenzeichnung ist Black Diamond-typisch ausgezeichnet, der Bassbereich tief und knackig. Die Mitten ertönten in jedem Test relativ weich. Das hatte manchmal positive und manchmal negative Wirkung. Stimmen und harten Instrumenten kann diese Eigenschaft die Schärfe nehmen. Bei Streichinstrumenten hatte dies in meinem Test leider nachteilige Wirkung. Sie wirkten zu undefiniert.

Insgesamt jedoch haben beide Nadel viel Spaß gemacht.  Alles in allem ist mein Favorit ist die JICO DT-Z1 EB, aber Geschmäcker und Hifi Ketten sind verschieden.

 

3 Kommentare

  1. Aleks

    Vielen Dank für den guten und ausführlichen Test!
    Ich habe ein Z1s System mit sphärischer Nadel erworben. Nun würde ich gerne die Nadel austauschen.
    Da ich das Black DIamond System im Auge hatte bin ich auf deinen Bericht gestossen.
    Nun habe ich für 129 Euro die „Nivico DT-Z 1 Shibata“ Nadel gesehen und wundere mich ob es die gleiche Nadel ist wie die JICO DT-Z1 Shibata aus deinem Bericht?
    Falls ja würde ich diese der Black Diamond natürlich vorziehen.
    Beste Grüße
    Aleks

    • Onlyadmin

      Hallo Aleks!
      Vielen Dank für Dein feedback.. Ja, ich glaube das ist die Shibata aus meinem Text. Ich habe auch ca diesen Preis bezahlt, und es nicht bereut! Diese Kombi (JVC DT-Z1 mit JICO Shibata) zählt nach wie vor zu den besten, die ich habe. Sie spielt doch noch in einer anderen Liga als die Black Diamond und ist auf einem Level mit dem Audio Technica AT 540 ML oder der SAS Nadel für mein Shure M95.. Die drei „high class“ Kombis haben alle unterschiedlichen Charakter, aber sind alle klanglich sehr gut.. Z.B. ist die AR 540 ML meine „Klassik“ Nadel, weil sie sehr breit und luftig aufspielt, die Shure mit der SAS ist sehr „fett“ und hat einen tollen Bass und Mittenbereich und ist die „Rock“ Nadel.. Die JVC mit der Shibata ist ein sehr guter Allrounder und liegt zwischen den beiden anderen. Sie benutze ich oft zum Digitalisieren und Aufnehmen, weil sie kristallklar, aber trotzdem musikalisch klingt und kein Frequenzband überbetont. Also der Kauf der Shibata lohnt sich, da sie im vergleich zur Black Diamond noch griffiger und akzentuierter klingt. Auch ist der Höhenbereich noch noch differenzierter und klarer.
      Frohe Ostern!

      • Aleks

        Vielen Dank für die hilfreiche Antwort.

        Frohe Ostern!

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