"Low Budget - High End" und Musik

Analogis AT3651 Black Diamond – Nackt Elliptischer AT91

In den letzten Monaten macht die Firma Analogis, bekannt für ihre tollen Zubehör Produkte im analogen Hifi Bereich, mit sehr interessanten Nachbaunadeln für Plattenspielersysteme auf sich aufmerksam.  Nun kam im Mai 2020 eine sehr spannende Nadel für das Audio Technica AT91/AT3600L Cartridge von Analogis, die mit einem nackten Black Diamond, genannt Analogis AT3651 Black Diamond,  aufwartet, und so besonders den Höhenbereich feiner aufgelöst darstellen soll. Messtechnisch lässt sich das sicher belegen, aber was erwartet unsere Ohren? Und wie fühlt sich der Sound der neuen Nadel im Vergleich zur unterschätzten Originalnadel AT3600L mit konischem Stein an?

Ich möchte das hier mit einigen Testplatten mal versuchen zu beschreiben:

Der Test vom Analogis AT3651 Black Diamond

Test 1: „I feel The Earth Move“ von Carole King:

Aus Erfahrung kann ich sagen, dass dieser Track vom kongenialen „Tapestry“ Album eine Herausforderung für Plattenspielernadeln ist. Die Tonlage von Kings Stimme ist besonders: Sie liegt scheinbar in einem Frequenzbereich, der dem Sound bei schlecht trackenden Nadeln schon mal kratzende Beigeräusche zufügen kann. Ich nutze diesen Track deshalb gerne zu Beginn, um Kratzgeräusche auszuschließen. Denn sollten welche auftreten, wäre das gleich eine Disqualifizierung für die Nadel und ein Grund, sie zurückzuschicken. Dies ist bei mir in naher Vergangenheit schon 2 mal passiert.

Also die Black Diamond Nadel drauf und los gehts! Sie schlägt sich gut.. Es ist nahezu (!) nichts unsauberes zu hören. So an 2 bis 3 Stellen hatte ich das Gefühl, nur einen Hauch von einem Schatten der Stimme zusätzlich zu hören. Dies aber nur mit Kopfhörer, und dies kann auch an der schon oft gespielten Platte liegen. Nichts störendes ist zu bemerken. Der Sound ist etwas leiser und zurückhaltender als bei der Original Audio Technica 3600L, aber sehr homogen und dem typischen angenehmen „bauchigen“ sound, den auch das 3600L so toll klingen lässt.

Auch die Originalnadel von Audio Technica besteht den Test 1, sogar mit Bravur.. Die Stimme wird von der Originalnadel sehr sauber abgetastet, ohne jedes Beigeräusch. Dafür hatte ich über Kopfhörer das Gefühl, das Kings Stimme mit der Analogis AT3651 Black Diamond etwas mehr Offenheit zeigte und auch das Raumgefühl war etwas besser als bei der Originalnadel.

Test 2: „Space Cookie“ von JTB (Jukka Tolonen Band):

Der nächste gewählte Testtrack ist ein echter audiophiler Leckerbissen aus den späteren 70ern, als die analogen Aufnahmeverfahren schon sehr ausgereift waren. JTB war eine hoch angesehene Fusion Jazz Band aus Finnland. Sie spielten sehr virtuos und ihr Sound war qualitativ absolut top.

Die Nadeln sollen hier zeigen, was sie audiophil gesehen so drauf haben. Wie geben sie diese wundervolle Aufnahme, die mit high end Systemen so klingt, als steht die Band im Zimmer, von der Dynamik und Frequenzgang her wieder? Lösen sie die komplizierten Klangmischungen mit vielen High Heads gut auf? Was lässt sich über die „Bühne“, also die Breite und Tiefe des Sounds der beiden Nadeln sagen?

Vorweg: Beide Nadeln machen das auf ihre Art sehr gut.

Doch zuerst die Analogis AT3651 Black Diamond:

Der Black Diamond ist etwas leiser als das Original. Aber dreht man auf, zeigt sich eine sehr angenehme Homogenität und Relaxtheit im Sound. Der Bass ist angenehm präsent, rund und weich,und doch mit punch, ein bißchen weniger deutlich, als wir das vom 3600 kennen. Aber im Zusammenspiel mit den Mitten und Höhen ist er wunderbar eingepasst. Die Mitten sind sehr angenehm neutral bis leicht warm und genau im richtigen Maß präsent. Sie springen einen nicht an, sind auch nicht zu zurückhaltend, sondern laden entspannt und sehr realistisch klingend zu stundenlangem Musikgenuss ein.

Die wirkliche Stärke des Black Diamond sind die fein differenzierten Höhen: Der Übergang von Mitten zu Höhen gelingt hier wunderbar. Die high heads vom Schlagzeug sind bei Hinhören deutlich und, was für diese Preisklasse richtig gut ist, sehr fein differenziert wahrnehmbar. Ich habe das Gefühl, Töne im Song wahrzunehmen, die mit den anderen preiswerten Nadeln nicht da waren. Die unterschiedlich lauten Anschläge der high heads sind hier unterscheidbar und das Metall der Scheiben klingt auch nach Metall. Alles sehr realistisch.

Aber was sehr positiv auffällt: Die Höhen werden nicht verstärkt laut und schrill abgebildet, sondern wie schon beim 3600L typisch ganz leicht abgerollt (rolled off), d.h. eher weniger betont, sondern auf natürliche Art zurückhaltend, aber zu keiner Zeit undeutlich. Und sehr differenziert dabei. Eigentlich eine Kunst, die eher viel teureren Modellen im high end Bereich vorbehalten war. Schon extrem gut.

Den ein oder anderen mag die etwas zurückhaltendere Spielweise im Bass und Mittenbereich im Vergleich zum Partner 3600L, auf den ich gleich eingehe, stören. Ich denke erstens, dass gerade im unteren Bereich nach der endgültigen Einspielzeit (Die Nadel ist ja noch sehr neu) noch etwas mehr Bassfundament kommen wird. Und zweitens diese Art zu spielen das Ohr nicht so schnell ermüden lässt. Diese zurückhaltendere Spielart mit feinen Höhen hat übrigens auch die EVG Nadel des 3600 mit ihrem elliptischen Schliff. Ich besaß sie vor einiger Zeit und auch sie hat ihren Job sehr gut gemacht. Die ebenfalls grüne Nadel ist zur Zeit sehr vergriffen.

Aber nun zur „Bühne“ des Black Diamond: Gleich zu Beginn beim akustischen Gitarrensolo im Stück hat man das Gefühl, man kann das sehr real klingende Spiel genau im Raum orten. Überhaupt ist es für ein so günstiges System erstaunlich, dass der Sound 3 dimensional klingt. Die Bühne ist nicht sehr breit, was mit der durchschnittlichen Stereokanaltrennung von etwas mehr als 20dB zu tun hat.

Das stört mich aber keinesfalls, da ich zu breiten Sound für viele Musikarten unpassend finde. Die Musik kommt relativ direkt auf mich zu, hebt sich aber leicht von den Boxen ab und bietet eine erstaunliche Tiefe. Die Instrumente trennen sich sauber voneinander und lassen sich auf der kleinen bis mittelgroßen Bühne schön orten. Zu keiner Zeit wirkt der Klang flach oder zweidimensional.

Hier bei diesem Test waren der geniale Graham Slee Communicator Phono Stage und (ich bin so stolz auf ihn) mein toller alter Toshiba SR-255 DD Turntable sehr hilfreich.

Und wie schlägt sich nun das Original AT3600L im Vergleich?

Für viele wäre er im ersten Moment die erste Wahl, weil er lauter ist, den direkteren Sound mit verstärktem Bass hat und auch mit den Mitten einem „mehr ins Gesicht“ springt. Aber das ist nur der erste Moment und sehr oberflächlich gesehen. Denn hört man länger und genauer hin, so merkt man, wie angenehm relaxed und souverän der Analogis AT3651 Black Diamond spielt. Trotzdem ist der Sound des günstigen 3600L mit seinem nur konischen Stein beeindruckend. Er spielt vollmundig, warm und klar.

Selbst sehr audiophil veranlagte Menschen sind erstaunt, wenn sie diesen stimmigen Sound des 3600L hören.

Wären da nicht die hohen Ansprüche! Diese Nadel macht fast alles richtig. Für unkomplizierte Musik wie Singer Songwriter oder Elektronik brauch man sicher nicht mehr. Aber die Stärken des nackten elliptischen Diamanten der Analogis Nadel zeigen sich besonders hier in den komplizierten Jazzstücken mit vielen gemischten Sounds im Hochtonbereich.

Im direkten Vergleich fällt auf, dass die 3600L z.B. die high heads des Schlagzeugs ungenauer darstellt. Sie macht es eigentlich nicht schlecht, und es würde evtl gar nicht auffallen, hätte ich nicht die Analogis direkt vorher gehört. Die konisch geschliffene AT3600L „verschluckt“ teilweise Feinheiten und feine Unterschiede, die die Analogis darstellen kann. Bei besonders guten Aufnahmen und komplizierten Stücken wie hier Space Cookie von JTB wird dies deutlich.

Auch in der Tiefe und 3 Dimensionalität liegt die Originalnadel hinter der Black Diamond. Zwar hebt sich der Sound auch von den Boxen ab, aber die Bühne ist meinem Empfinden nach ein klein wenig enger und nicht so tiefengestaffelt wie bei der Analogis AT3651 Black Diamond. Dies hängt evtl mit der fehlenden Feinzeichnung im Hochtonbereich zusammen.

Trotzdem erstaunt mich die AT3600L immer wieder durch ihren sehr einnehmenden warmen vollen Klang. Die Black Diamond klingt ein wenig neutraler und zurückhaltender, aber ähnlich charmant.

Test 3: „Musical Genocide“ von Gregory Porter

Wenn ich mich nicht falsch informiert habe, kam die Vinylausgabe dieser genialen Jazzscheibe von 2013 erst 6 Jahre später heraus, also 2019. Für mich sind diese Vinyls (es sind zwei) mal abgesehen von der sowieso tollen Musik ein Beispiel dafür, dass auch heutzutage echt audiophile Pressungen möglich sind. Meist klingen moderne Aufnahmen auf Platte fürchterlich, wie schlechtes MP3, kalt und tot. Hier aber hat das Label Blue Note ganze Arbeit geleistet.

Die Dynamik ist klasse, trotz (wahrscheinlich?) digitaler Aufnahme klingt Porters Stimme warm und nicht scharfkantig, ebenso auch die Instrumente. Der Gesamteindruck ist irgendwie erhaben und vollmundig. Die leichte Hervorhebung im Bassbereich und die große Dynamik lassen uns doch spüren, dass es eine Aufnahme ist, die mit moderner Technik aufgenommen ist. In diesem Fall aber positiv, da es trotzdem „analog“ warm und weich klingt. Toll!

Nun aber genug geschwärmt und zum Test:

Die Analogis AT3651 Black Diamond zeigt gleich zu Beginn des Stückes, dass sie Bass kann. Angenehm tief lässt sie diesen Basslauf rollen und wenn Porters Stimme einsetzt, läuft mir ein angenehmer Schauer über den Rücken. Die Nadel spielt relaxed wie bei den anderen Stücken, aber auch rund und sehr stimmig. Dabei wird sie nicht ganz so gefordert wie bei JTB, da „Musical Genocide“ klanglich nicht so kompliziert daher kommt, sondern eher entspannt, und jeder Hochton wie die Becken deutlich und langsamer gespielt werden.

In der Aufnahme selbst hat man das Gefühl, dass darauf geachtet wurde, dass die hohen Töne nicht zu deutlich nach vorne treten dürfen, so dass nichts schrill oder hart klingt. Die Black Diamond schafft dies souverän zu übertragen und z.B. die Becken des Schlagzeugs zwar deutlich aber dezent zu spielen.

Die Darstellung durch den Black Diamond ist homogen über den gesamten Frequenzgang und wie schon bei JTB mit Feinheit in den Höhen. Wobei diese Stärke hier nicht so gefordert wird wie bei JTB. Was allerdings die Bühne betrifft, so fehlt etwas die Tiefe, die ich bei JTB so gelobt hatte.

Die Breite ist ähnlich gering und der sound sehr direkt. Das ist in Ordnung. Leider klingt das Stück ein wenig zweidimensional, die Tiefenstaffelung ist kaum wahrnehmbar, so als ob alles sich auf einer Linie abspielt. Aber hier liegt die Vermutung nahe, dass auch die Aufnahme schon nicht so tiefengestaffelt vorliegt. Hier wäre interessant, das Stück mit einem high end System zu testen, zum Vergleich.

Insgesamt aber wieder ein sehr gute Vorstellung der Analogis AT3651 Black Diamond Nadel.

Test 4: Haydns „Celloconcert in C-Dur“

Als Klassik-Test habe ich mir die Decca Aufnahme vom Cello-Konzert in C-Dur von Haydn, gespielt vom Englischen Kammer-Orchester dirigiert von Benjamin Britten, herausgesucht.

Aus dem „goldenen“ Zeitalter der analogen Aufnahme besitzt diese tolle Aufnahme eine gute Dynamik. Und mit dem richtigen Equipment gespielt entfaltet sich eine breite und tiefe Bühne. Die Toningenieure von Decca haben eine Reihe von unglaublich guten Aufnahmen damals in den 60ern gemacht. Dies ist eine davon.

Nebenbei ist die Musik natürlich auch sehr beeindruckend. Das Cello-Spiel von Rostropowitsch war über jeden Zweifel erhaben. Und im Zusammenspiel mit dem englischen Kammerorchester ergibt das ein atmosphärisch dichtes und ergreifendes Erlebnis. Diese Scheibe hole ich sehr gern aus meinem Plattenregal.

Aber nun zur Technik: Wie machen sich unsere zwei Kandidaten in der Klassik?

Kurzum: Beide Nadeln machen Spaß! Wobei wir natürlich differenzieren wollen. Das Bild aus den vorigen Testplatten setzt sich auch hier fort. Das bedeutet auf das Klassikstück übertragen:

Die Analogis AT3651 Black Diamond spielt entspannt auf und glänzt in der Auflösung der feinen Höhen, z.B. gespielt von den Geigen. Besonders beeindruckt die Nadel hier wieder, die verschiedenen Instrumente in der Tiefe zu staffeln, so dass eine 3D Wirkung erzeugt wird, die für solch ein Budgetsystem schon erstaunlich ist.

Die Ortung der einzelnen Streichergruppen lässt sich mit dem Gehör leicht vollziehen. Auch setzen sich die Instrumente gut voneinander ab. Die Breite der Bühne bleibt allerdings wieder in einem Rahmen, der links und rechts sich rund einen Meter neben die Boxen verbreitert. Das ist für ein Kammerorchester aber in Ordnung.

So entsteht erneut ein Höreindruck, der viel Freude macht und die Frage aufwirft, ob viel teurere Systeme überhaupt gerechtfertigt sind, wenn dieser künstliche schwarze Diamantsplitter solch einen Sound produziert.

Und was macht der Rivale AT3600L?

Wie schon bei den anderen Tests beeindruckt diese Nadel durch ihren einnehmenden „organischen“ Sound. Die Holzstreicher bekommen hier eine schönen warme bauchige Klangeinfärbung, die passend ist. Auch das einzelne Cello vibriert kräftig warm und bauchig daher, dass es eine Freude macht.

Hier ist das Analogis neutraler abgestimmt. Also ist es wohl Geschmackssache. Die hohen Streicherpassagen werden vom AT3600l wie erwartet nicht ganz so fein aufgelöst wie von der Analogis, bedingt durch den getippten konischen Stein. Auch in der Tiefe der Bühne ist er dem Analogis AT3651 Black Diamond unterlegen. Insgesamt aber durch die saubere Abtastung und den einnehmenden Sound wieder eine klasse Vorstellung von meinem Budget Liebling.

Ein kleines Zwischenfazit

Die Analogis Nadel macht beim Test an meinem Toshiba SR-255 mit Phono Stage Graham Slee Communicator wirklich Freude. Die Nadel spielt ein wenig leiser und zurückhaltender als die AT3600l, aber dafür feiner, neutraler und mit mehr Tiefenstaffelung (3D).

Beide Nadeln machen Spaß beim Hören und wären für mich eine klare Kaufempfehlung.

Ich möchte den Test hier noch nicht schließen, weil ich die neue Analogis Nadel noch an einem anderen Plattenspieler testen möchte. Mein Toshiba repräsentiert den typischen 70er Jahre Direct Drive turntable mit mittelschwerem Jelco Tonarm der mit 600 D-Mark (zum Vergleich: der Kult Turntable Technics SL 1210 MarkII lag bei 880 D-Mark, also nicht so weit weg) schon gehobenen Mittelklasse. Es gibt viele qualitativ und evtl auch klanglich vergleichbare Modelle von anderen Marken wie Pioneer, Kenwood, JVC und natürlich Technics.

Nun möchte ich die Analogis Nadel mit dem System an einem Music Hall mmf 2.2 mit Acrylteller testen. Dieser hat einen gängigen Project Tonarm und ist evtl klanglich einem Rega Planar 1 mindestens ebenbürtig. Die Rega Planars dieser Preisklasse kommen oft mit einem Rega Tonabnehmer daher, das baugleich mit dem AT3600L ist. Also kann diese neue Nadel besonders interessant für Besitzer solcher Plattenspieler sein.

Aufgrund des hohen Auflagegewichts des originalen AT3600l von 3g verzichte ich hier auf den Vergleich der beiden Tonabnehmer, da der Music Hall nicht für so schwer liegende Systeme konzipiert ist, d.h. das Gegengewicht des Tonarms nicht akkurat gegenhalten kann.

Mit den 1,7g Auflagegewicht des Analogis AT3651 Black Diamond hat der mmf wiederum kein Problem. Und wir legen gleich mit der Fusion Jazz Platte „JTB“ und dem Stück „Space Cookie“ los.

Mir entfährt ein kurzes „Wow“ nach den ersten Takten, denn das Stück kommt mit dieser Kombination wuchtiger und krasser daher als mit meinem alten Toshiba. Die Bässe sind tief und die Höhen deutlicher, ein große Dynamik ist im Raum. Sehr beeindruckend, wie Feinheit der Höhen und Wuchtigkeit durch Dynamik hier bei dieser audiophilen Aufnahme zusammen gehen.

Die Tiefenstaffelung ist genauso vorhanden wie am Toshiba. Das war ein echter Leckerbissen und hat Spaß gemacht. Wobei die relaxtere Art des Toshiba für langen Musikgenuss auch angenehm ist.

Was macht der Gregory Porter? Hier ist der Unterschied weniger deutlich zwischen den Plattenspieler. Das mag an der modernen Aufnahme liegen, die von Grund auf schon sehr dynamisch ist. Fest steht, dass auch hier die Analogis Nadel wieder alles richtig macht, mit der etwas flacheren Bühne, das wahrscheinlich der Aufnahme geschuldet ist.

Und die Klassik? Bei Haydn ist eine leichte Erhöhung der Dynamik gegenüber dem Toshiba spürbar. Die Feinheit der Streicher sind sehr gut aufgelöst, alles wirkt luftig und doch dynamisch. Die Ortung der Instrumente funktioniert gut. Einfach toll..

Fazit:

Meiner Meinung nach hat Analogis hier einen Geniestreich hingelegt:

Auf diesem doch für den Budgetbereich angelegtem Tonabnehmer zaubert diese Nadel mit dem nackten elliptischen Diamanten einen Sound, den man bei 150 bis 200 Euro System vermuten würde mit Neutralität, geradlinigem Frequenzgang, Feinzeichnung in den Höhen und Dreidimensionalität. Auf Project oder Rega Plattenspielern evtl dynamischer und auf älteren DD Turntables evtl relaxter aufspielend, ist die Analogis AT3651 Black Diamond als echtes Upgrade empfehlenswert.

Ich bin auch interessiert an den anderen Black Diamonds und werde mir z.B. den Audio Technica AT12 mit dem analogis Black Diamond ansehen. Der Tonabnehmer ist ja für seine Präsenz im Bassbereich und in den Mitten bekannt. Zusammen mit den feinen Höhen des Black Diamond scheint das auch eine spannende Kombination zu sein.

Und das Original AT3600L? Das ist auch super.. Gerade wenn man einen warmen, organischen Klang der Neutralität vorzieht und den Verlust an Höhenzeichnung in Kauf nehmen möchte.

Ich selbst werde ihn oft für Singer Songwriter Platten einsetzen, da hat er seinen Platz und klingt geil..

1 Kommentar

  1. Chriss

    Erster! 🙂

    Ich freue mich, das sich endlich mal jemand auch dem Thema „low budget“ annimmt, über die ach so großartigen MC Systeme im vierstelligen Bereich ist mehr zu lesen als in dem Bereich, der zu 80% konsumiert/verwendet wird. Interessant.
    Auch was du schreibst, ist für mich nachvollziehbar, gerade das Klangwesen der BLACK DIAMONDS (welches sich durch die ganze Kette zieht) ist schön beschrieben. Was mir auch gut gefällt, sind die analogen Scheiben, die du hier erwähnst. „Space Cookie“ habe ich vor geschätzt einem halben Erlebenszyklus gehört, konnte damals aber wenig damit anfangen. Das Gehör und Verständnis ist gereift und siehe da, eine als gut befundene Wiederentdeckung. Großartig.
    Bitte weiter machen, herzlichen Dank und liebe Grüße
    Chriss

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